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Ein
letztes Mal in diesem Jahr fuhren Ulla und Peter Amsler in der ersten
Dezemberwoche in die litauische Partnerstadt Plunge bzw. in die
Hauptstadt Vilnius.
Anlass des einwöchigen Aufenthalts war die Teilnahme von Ulla Amsler
als Vertreterin des Partnerschaftsvereins "Hilfe für Plunge /
Litauen e.V." an der zweiten Konferenz des deutsch-litauischen
Forums - das erste Mal in Berlin im September - nun in der lit.
Hauptstadt Vilnius.
Die Konferenz wurde im Beisein des lit. Botschafters in Deutschland
Evaldas Ignatavicius und des deutschen Botschafters in Litauen Volker
Heinsberg sowie deutsch / litauischer Parlaments- und EU-Abgeordneter
und Geschäfts- u. Kulturvertreter, von dem früheren lit. Botschafter
in Bonn und jetzigen Richter im Verfassungsgericht Litauen Prof.
Dr. Z. Namavicius eröffnet.
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Der
Vorstand des Forums, von rechts Dr. Joachim Tauber, Vorstandsvorsitzender
der deutschen Sektion, Prof. Justinas Karosas, Parlamentsabgeordneter,
Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten,
Volker Heinsberg, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland,
Prof. Dr. Zenonas Namavicius, Botschafter der Republik Litauen
a.D. in Bonn, Richter im Verfassungsgericht Litauen, Gerd
Höfer, Bundestagsabgeordneter, Mitglied im Ausschuss für auswärtige
Angelegenheiten, A ntanas Gailius, Parlamentsabgeordneter,
Vorstandsvorsitzender der litauischen Sektion, Thomas Mann
Kulturzentrum,
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Die
drei Arbeitsgruppen stellten zunächst die heutige Situation der
politischen, wirtschaftlichen und kulturellen / wissenschaftlichen
Beziehungen zwischen Deutschland und Litauen dar.
Danach erarbeiteten die Teilnehmer konkrete Vorstellungen für die
weitere Zusammenarbeit, die dann zum Schluss im Plenum vorgetragen
wurden.
Die kulturellen Beziehungen sind vielseitig und sehr umfangreich,
dagegen ist der wissenschaftliche Bereich z.b. die Baltistik noch
ein Stiefkind mit fehlenden finanziellen Mitteln.
In der Politik haben die Litauer große Erwartungen an die deutsche
EU-Ratspräsidentschaft.
Es kam unmissverständlich zum Ausdruck, dass die deutsche Bundesregierung
eine härtere Position gegenüber Russland einnehmen sollte.
Das Kaliningrad-Problem sollte ein EU-Thema sein und nicht allein
von Litauen gelöst werden.
In den wirtschaftlichen Beziehungen muss das Investitionsklima verbessert
werden.
Litauen muss gute Verwaltungsfähigkeiten zeigen, damit noch mehr
Firmen ins Land kommen.
Der litauische Außenhandel ist um das 3-fache gestiegen, jedoch
kommt der größte Teil des Imports aus Russland.
Das größte Problem für die Wirtschaft ist die Abwanderung der lit.
Fachleute ins westliche Ausland sowie die großen Unterschiede in
allen Bereichen zwischen Städten und ländlichen Regionen.

Zum Abschluss der Konferenz lud der deutsche Botschafter alle Teilnehmer
in seine Residenz außerhalb von Vilnius ein.

Die Hauptstadt Vilnius (hier der Kathedral-Platz) erstrahlte im
vorweihnachtlichen Glanz, dagegen war beim anschließendem Besuch
in Plunge nur sehr wenig von einer adventlichen Atmosphäre zu spüren.

Abträglich für diese Stimmung waren auch die riesigen Erdarbeiten
im Zentrum. Stadtverwaltung, Regierung und die EU finanzieren die
lang erwartete Erneuerung der Kanalisation.
Das milde, frostfreie Wetter lässt die umfangreichen Straßenarbeiten
zügig voranschreiten.
Spätestens zum Stadtfest im Juni zeigt sich dann das Plunger Zentrum
im neuen Gesicht, eine Fontäne wird dann die Mitte verschönern!

Der 6. Dezember, der Nikolaustag, ist in Litauen unbekannt, ebenso
die 4-wöchige Adventszeit.
Umso mehr genossen die Plunger Freunde die Nikolausfeier nach traditionellen
deutschen Brauch im deutschen Kulturzentrum.
Der deutsche Nikolaus brachte Süßigkeiten und kleine Geschenke,
gemeinsam wurden Nikolaus- und Weihnachtslieder bei Kerzenlicht
und adventlicher Dekoration gesungen.

Zwei Plunger Familien bekamen von "Hilfe für Plunge/Litauen e.V."
ganz besondere Nikolausgeschenke: Eine alleinerziehende Mutter mit
5 Kindern, davon eine Tochter taubstumm, kaufte gemeinsam mit Ulla
Amsler für 300 € eine dringend benötigte Schlafcouch und einen Esstisch
mit Stühlen.
In Plunge gibt es mehrere Möbelgeschäfte, die gebrauchte Möbel aus
Deutschland anbieten.
In der zweiten Familie kann nun für die schwer verunglückte Tochter
die benötigten Medikamente für 200 € gekauft werden.
Zum Abschluss des Plunger Aufenthaltes plante Ulla Amsler mit dem
Partnerschaftsteam die Aktivitäten für das kommende Jahr: Deutsche
Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, litauisch-deutsche
Literaturabende in Plunge und in Menden, Besuch einer Plunger Frauengruppe
zum Europatag in Menden, Künstleraustausch mit einer Ausstellung
in Plunge, klassisches Konzert in Menden und weitere Unterstützung
sozialer Einrichtungen und einzelner bedürftiger Familien in Stadt
und Kreis Plunge.
Das nächste Wiedersehen mit den Plunger Freunden wird bereits im
März in Plunge sein.
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