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veröffentlicht: 13.01.06
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| Weihnachten
und Jahreswechsel in Litauen |
Bericht
über den Plunge-Aufenthalt vom 21. Dez. 2005 - 05. Jan. 2006
von Ulla und Peter Amsler |
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Weihnachten und
den Jahreswechsel in Litauen zu verbringen bedeutet für uns ein Kennenlernen
anderer Festtagsbräuche, ein Treffen mit langjährigen Freunden, sowie
Vorbereitungsgespräche für die Vereinsaktivitäten im Jahre 2006.
Weihnachten ist auch in Litauen ein Familienfest, an dem noch am Heiligen
Abend das traditionelle 12-gängige fleischlose Fastenessen auf dem
Tisch kommt.
Die Zahl 12 steht für die 12 Aposteln oder wie andere uns sagten für
die 12 Monate des Jahres.
Weihnachtsessen
in der Tagesstätte für geistig Behinderte
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Im Gottesdienst (auch zu Weihnachten) ist es nicht üblich, dass die
Gemeinde singt. Dies wird immer von einem Chor übernommen.
Als einziges Weihnachtslied hörten wir das vertraute "Stille Nacht",
natürlich in litauischer Sprache. Da stimmten dann einzelne Gemeindemitglieder
mit ein und auch wir sangen auf deutsch mit!
Eine Bescherung in dem Umfang wie bei uns, gab es nicht. Das gemeinsame
Essen stand im Vordergrund.
Blick
auf den zugefrorenen Plateliai-See
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Überhaupt war die weihnachtliche Ruhe sehr angenehm, keine Hektik,
kein Kaufrausch! Was uns nicht gefiel war, dass die Supermärkte ganz
normal bis 22.00 Uhr an den Feiertagen geöffnet hatten.
Das Plunger Stadtzentrum erstrahlte im weihnachtlichen Lichterglanz,
farbenfroh und mit Blinklichtern.
Vereinzelnd sahen wir auch mit Außenlichterketten geschmückte Privathäuser
und in den Fenstern Leuchterbögen.
Stürmische
Ostsee
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Die Plunger sind an kalte schneereiche Wintertage gewöhnt und nehmen
die oftmals schwierigen Straßenverhältnisse gelassen hin. Für uns
hingegen gab es viele ängstliche Autofahrten!
Die überregionalen und die Hauptstrassen wurden regelmäßig vom Schnee
geräumt, der Schnee auf den Verbindungsstrassen wurde im Laufe des
Tages platt gefahren und waren dadurch gefährlich glatt, gestreut
wurde nicht.
Die Menschen in den kleinen Dörfern und auf den Einzelgehöften müssen
sich entweder selbst frei schaufeln, zu Fuß gehen oder zu Hause bleiben.

Am Strand von Palanga
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Zwischen Weihnachten und Silvester gab es natürlich auch in Plunge
das traditionelle Neujahrskonzert im Kulturhaus.
In diesem Jahr trat im ersten Teil u.a. die Primaballerina der Vilniuser
Oper in klassischen Ballettstücken auf und im zweiten Teil die mehrmaligen
litauischen Weltmeister im latein-amerikanischen Formationstanz aus
Klaipeda.
Nach der festlichen glanzvollen Veranstaltung gab es für die Besucher
im angrenzenden Ausstellungssaal den obligatorischen Sektempfang.
Hier war es dann ein "Sehen und gesehen werden" mit vielen Begrüßungen
und Austausch der letzten Neuigkeiten.
Wer dann noch nicht genug hatte, konnte die Nacht in der nahegelegenen
Discothek durchtanzen.
Beim
Empfang nach dem Neujahrskonzert
mit dem Parlamentsabgeordneten Jonas Jagminas mit Frau
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Ein besonderes Erlebnis war in der Silvesternacht die Begrüßung des
neuen Jahres am Meer - für viele Plunger ein traditioneller Ritus.
Tausende Menschen aus der ganzen Umgebung bei eisigem Schneewind am
Ostseestrand im lit. Seebad Palanga (60 Km von Plunge entfernt) bewunderten
das große Silvesterfeuerwerk, das von der Seebrücke aus in den Himmel
geschossen wurde (siehe unsere Titelseite) und stießen mit "Šampanas"
auf 2006 an.
Beim
Empfang nach dem Neujahrskonzert
mit dem Plunger Bürgermeister A. Peculis und Frau
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Während des Aufenthaltes im kalten verschneiten Plunge erhielt die
Tagesstätte für Geistigbehinderte und die neu hinzugekommene Tageseinrichtung
für Psychischkranke eine Vereinsspende für ein Weihnachtsessen und
für notwendige Anschaffungen. Die mitgebrachte warme Winterkleidung
war sehr willkommen.
Der lange Flur im Deutschen Kulturzentrum erhält eine neue Beleuchtung,
finanziert von "Hilfe für Plunge", damit dort zukünftige Ausstellungen
richtig präsentiert werden können.
Weihnachtlich
geschmücktes Hotel in Palanga
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Der Verein wird verstärkt den Dorftourismus unterstützen. Er berät
und hilft finanziell bei der Einrichtung von Gästezimmern. Die wirtschaftlich
sehr schwach gestellten Dorfbewohner werden somit eine Einnahmequelle
durch die immer mehr werdenden Touristen erhalten, die einen Natururlaub
bevorzugen.
Neujahrsessen
mit Freunden in der Gästewohnung des Deutschen Kulturzentrums
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In einem Treffen mit dem Plunger Bürgermeister Algirdas Peculis wurden
die Aktivitäten in 2006 abgesprochen: Aus Anlass des 5-jährigen Bestehens
des DKZ gibt es 2 Veranstaltungen.
Im Frühjahr können die Plunger bei einem Weinfest im DKZ deutschen
Wein probieren und im Herbst wird zu einem klassischen Konzert mit
befreundeten Musikern aus Vilnius im Schloss Oginskis eingeladen.
Im Sommer reisen eine Gruppe Wanderer, einige Künstler und eine Tanzgruppe
Psychischkranker nach Menden.
Anschließend arbeiten Rumänen, Mendener und Plunger zusammen im Naturschutzgebiet
am Plateliai-See um das Projekt "Leben und Wohnen im 3. Jahrtausend
- Visionen von Jugendlichen und Senioren" abzuschließen.
Eine letzte Besuchergruppe wird dann im September die lit. Partnerstadt
besuchen um Land und Leute kennen zu lernen.
Für den Verein "Hilfe für Plunge / Litauen e.V." und für die
Plunger Partner sind diese Vorhaben eine große organisatorische und
finanzielle Herausforderung, die jedoch schon jetzt zu Beginn des
Jahres allen Beteiligten große Freude bereiten, denn bekanntlich ist
die Vorfreude die schönste Freude. |
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