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veröffentlicht 16.05.03
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| Begegnungen
mit dem Herzen |
Ulla
und Peter Amsler waren vier Wochen in litauischer Partnerstadt Plunge.
Verein "Hilfe für Plunge" setzt seine Arbeit fort.
Angela Amecke-Mönnighof trat u.a. im Schloss Oginskis auf |
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"Mit den Störchen
kommt auch Ulla wieder nach Litauen", eine der vielen schönen Begrüßungen,
die ich in 4 Wochen in meiner "zweiten Heimat" hörte.
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Ja,
Störche gab es wieder viele, die ihre Nester für den Nachwuchs
vorbereiteten.
Ein Zeichen, dass endlich der lange, kalte Winter vorbei ist,
und die langersehnte Frühlingssonne nicht nur die Natur zum
Blühen bringt, sondern auch die Menschen wieder "lebendiger"
werden.
Mein Aufenthalt in Plunge stand im Zeichen des EU-Referendums
- EU-Beitritt Litauens "ja" oder "nein". Durch eine großangelegte
Plakataktion mit Slogans wie "stimme für die Europäische Union,
stimme gegen die Armut!", "lasst uns Europäer sein!" oder
"verändere Litauen in einem veränderten Europa" war das Referendum
allgegenwärtig.
Alle führenden Politiker gaben natürlich in den Zeitungen
ihre Meinungen kund, besondere Veranstaltungen auf öffentlichen
Plätzen und Einrichtungen zogen die Plunger an, im "Saule"-
Gymnasium gab es innerhalb des europ. Sokrates-Programms eine
Modenschau mit phantasievoller Leinenbekleidung zum Thema:
"Europäischer Baum".
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In der städtischen Bibliothek wurden Fotos gezeigt mit anschließender
Diskussion "Ich sah Europa - meine Erfahrungen, meine Lehrstunden".
Das Fazit aller Veranstaltungen, Diskussionen und Begegnungen war
der überwiegende Wunsch zu Europa zu gehören: eine Chance zur Änderung
der alten Strukturen, eine bessere Kontrolle der Gelder aus dem Ausland,
endlich eine neue, bessere Ordnung in allen Lebensbereichen, Legalisierung
der Arbeit in europäischen Ländern, renovierte Straßen, Schulen, Krankenhäuser,
kurz - ein besseres Leben! ".
Am 10. und 11. Mai war es nun so weit, die litauische Bevölkerung
stimmte mehrheitlich für Europa.

Diese
Doppelstock-Betten für das Internat des Saule-Gymnasiums
wurden auf Bestellung des Vereins "Hilfe
für Plunge" von einem litauischen Schreiner
angefertigt.
Das ist "Hilfe zur Selbsthilfe" wie sie besser kaum
sein kann.
Leider fehlen unserem Verein oftmals die finanziellen Mög-
lichkeiten dafür. |
Der
normale Alltag, den ich in den vielen verschiedenen Schulen,
in den Behinderten-Einrichtungen, in den Familien sah, ließ
diesen Wunsch nach einem besseren Leben nur allzu verständlich
erscheinen. Jeder Tag bedeutet für viele die Sorge für die Grundbedürfnisse
des Lebens, der Kampf mit der Bürokratie und mit unverständlichen
Gesetzen.
Alkoholismus ist weit verbreitet und auch der Ruf nach der "alten
Zeit, in der es Arbeit und genug für alle zum Leben gab" war
zu hören. |
Alle Einrichtungen, die von "Hilfe für Plunge"
unterstützt werden, sind auch weiterhin auf materielle und finanzielle
Hilfe angewiesen. So wird z.B. der Verein bei der geplanten Errichtung
einer Tagesstätte für Geistigbehinderte helfen. Der 2. Transport in
diesem Jahr, der mit mir in Plunge ankam, brachte Hilfsgüter für das
Saule-Gymnasium, für die Mittelschule in Alsedziai und für den Verein
behinderter Kinder. Es ist schon sehr berührend, wie dankbar die Menschen
sind, aber auch wie unangenehm es vielen aus ihrer Not heraus ist,
um etwas zu bitten. Doch neben allen Sorgen sind die Feste immer ein
Lichtblick und lassen den schwierigen Alltag etwas vergessen.
Es
galt aber nicht nur diese außergewöhnliche Veranstaltung in
Plunge zu organisieren, sondern es gab auch noch viele Treffen
mit den Plunger Partnern, um die Veranstaltungen in Menden anlässlich
des 10jährigen Bestehens der Partnerschaft in diesem Jahr, abzusprechen.
Eine 28köpfige Delegation, bestehend aus Vertretern der Einrichtungen
und Vereine, mit denen "Hilfe für Plunge" freund-schaftliche
Beziehungen hat, wird am 10. September mit ihrem Bürgermeister
nach Menden kommen.
Eine Lehrer / Schüler-Gruppe aus der Landwirtschaftlichen Berufsschule
in Plunge, die von dem Mendener Berufskolleg eingeladen wurde,
wird sich dieser Delegation anschließen.
Die offizielle Jubiläumsfeier der Stadt Menden wird dann am
Sonntag, 14.September stattfinden. |
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Peter Amsler überreicht dem
Plunger
Pfarrer Donatas Stulpinas ein Bild der Mendenerin Christa
Henkel.
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Angela Amecke-Mönnighoff neben
dem
litauischen Lyriker Marcelijus Martinaitis.
Gemeinsam traten sie im Schloss Oginskis
in Plunge auf.
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Der Muttertag am 1. Sonntag im Mai wird traditionell mit großartigen
Veranstaltungen begangen.
In diesem Jahr war es ein besonderes Erlebnis, die Mendenerin
Angela Amecke-Mönnighof gemeinsam mit dem lit. Lyriker Marcelijus
Martinaitis im Plunger Schloss Oginskis zu hören und zu sehen.
Eingerahmt wurde diese wunderbare Veranstaltung vom Plunger
Geigenensemble und dem Solo einer Birbine (altes lit. Blasinstrument).
Das Plunger Publikum war begeistert von der schauspielerischen
und sprachlichen Darbietung, von der Ausstrahlung von Angela
Amecke-Mönnighof.
Sie, die
zum ersten Mal in der litauischen
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Provinz war, konnte den Menschen dort kein schöneres Kompliment machen
als: "Ich liebte die litauische Kunst, Musik, Poesie, jetzt liebe
ich die Menschen".
Die anschließende Vorlesungsreise durch Litauen (Klaipeda, Kaunas
Vilnius) vor ganz unterschiedlichem Publikum, zeigte wieder einmal,
wie wichtig den Litauern ihr eigene Poesie ist, aber auch wie bekannt
die deutschen Dichter sind.
Vorher,
am Samstag, 5.Juli, wird es jedoch noch eine interessante Ausstellung
im Museum Menden über die Stadt Plunge - ihre geschichtliche
Entwicklung und ihre aktuelle Situation - geben.
Der einzige noch lebende jüdische Plunger Bürger, Jacob Bunka,
wird selbst über die jüdische Geschichte der Stadt dem Mendener
Publikum berichten.
(Am Anfang des 20.Jh. waren in Plunge über 50% der Bevölkerung
Juden.)
Jacob Bunka kommt in Begleitung des Geschichts-lehrers Bronius
Pocius nach Menden, dieser verfasste eine sehr gutes Foto-Geschichtsbuch
über Plunge, auch er wird Interessantes über die Geschichte
der Stadt erzählen.
Vier Wochen leben in einer anderen Welt, in einem kleinen Land,
1800 km entfernt von Menden. Eine Zeit, um viele unterschiedliche
Menschen zu sehen, zu hören, zu sprechen, anteilzunehmen an
ihren Sorgen und Problemen, aber auch an ihren persönlichen
Erfolgen und Freuden.
Wir Deutschen klagen oft auf einem "hohen Niveau", komme ich
aus Plunge wieder zurück nach Menden, ist einiges im Leben nicht
mehr so wichtig! |
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Jacob
Bunka in seinem kleinem Museum und vor der Synagoge.

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