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veröffentlicht 18.05.02
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Das
auch in
Menden bekannte Folklore-Ensemble "Suvartukas" feierte
sein 55-jähriges Bestehen.
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nächste Sorgenkind ist schon in Sichtweite |
"Hilfe
für Plunge": Ulla Amsler besuchte drei Wochen lang alle
Einrichtungen,
die der Verein finanziell und materiell unterstützt. Zeit für
Gespräche |
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Wieder
einmal liegt hinter den Mitgliedern des Vereins "Hilfe für
Plunge" eine dreiwöchige Reise in die Mendener Partnerstadt.
Drei Wochen lang Zeit, um alle Einrichtungen zu besuchen, die materiell
und finanziell unterstützt werden, aber auch Zeit für viele
persönliche Gespräche.
"Ich hab mir erst überlegt, ob die Mendener schon wieder
was über Plunge lesen wollen.
Aber dann habe ich gedacht: Sie sollen sehen, was mit Ihrer Hilfe
passiert und wie ihre Möbel weiter verwendet werden."
Die
Familien von "Viltis", einem Verein von Eltern mit
geistig
behinderten Kindern, konnten nicht begreifen, dass "so
gute
Sachen die Menschen in Menden nicht mehr wollen!" und
bedanken sich herzlich bei allen Spendern.
Ein gutes Beispiel für die Verwendung der Mendener Möbel
ist die Ryto-Schule, deren hauswirtschaftliche Abteilung
vom Verein "Hilfe für Plunge" unterstützt
wird.
Der Raum, in dem die Schülerinnen in allen Belangen rund
um den Haushalt unterrichtet werden, wurde und wird noch
mit Möbeln und finanzieller Hilfe aus Menden ausgestattet.
Im Wohnheim des "Saule"-Gymnasiums war Ulla Amsler
untergebracht: "Für mich wurde an Wochentagen für
eine
Stunde warmes Wasser erzeugt, sonntags hatte ich diese
Vergünstigung nicht.
Die Sanitäranlagen im Wohnheim des Gymnasiums sind
unser nächstes Sorgenkind.
Da kann nichts mehr repariert werden, das muss alles
raus, die Mädchen können nicht mal mehr duschen. |

Nichts mehr zu retten:
Die sanitären Anlagen
im Wohnheim des "Saule"-Gymnasiums
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Sie müssen zu den Jungs zum Duschen, aber da sieht's auch nicht
viel besser aus."
Damit haben Ulla Amsler und ihre Mitstreiter schon das nächste
Projekt ins Auge gefasst, für das die Helfer in den nächsten
Wochen und Monaten um Unterstützung bitten.
Trauriger
Rekord: Höchste Selbstmordrate der Welt
Fehlende Perspektiven,
hohe Arbeitslosigkeit und zunehmend untergehende Landwirtschaft
treiben in den Alkohol |
Die Situation in Plunge ist unterschiedlich. Einige wenige können
sich das schicke neue Kellerrestaurant an der Hauptstraße leisten
und planen ihre Urlaubsreise in westliche Länder.
Viele andere aber können gerade die steigenden Energiekosten
für ihre Wohnung bezahlen. Für Anschaffungen der Dinge des
täglichen Ledens, die uns ganz natürlich erscheinen - Pflegeprodukte,
Waschmittel, vielfältige Lebensmittel, Möbel, Renovierungsmaterial
- ist kein Geld da.
In den neuen Supermärkten in Plunge gibt es zwar alles zu kaufen,
aber die meisten Plunger decken sich auf den umliegenden Gebrauchtwaren-Märkten
und in Second-Hand-Läden ein.
Die
angehenden Rentner sehen
angstvoll ihrem Leben entgegen.
Mit rund 450 Litas (130 Euro)
Pension beispielsweise für einen
Akademiker ist es nicht möglich,
die laufenden Kosten zu bestreiten.
Daher arbeiten die meisten so
lange, wie das Gesetz es erlaubt,
tauschen dann ihre zwei bis drei
Zimmer in eine Einzimmer-
Wohnung um und versuchen, sich
nebenbei etwas dazu zu verdienen.
In den Einrichtungen sah man viel
Gutes - auf Grund der fehlenden
finanziellen Mittel von den Beschäftigten und von den Elterrn
sehr kreativ in ihrer Freizeit selbst angefertigt. |

Für die Möbel
aus Menden hatten der
Schulleiter und eine Lehrerin der Ryto-Schule
sofort Verwendung.
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Überall ist viel Fantasie notwendig, um mit einfachsten Mitteln
den Bestand zu erhalten und weitgehend den Arbeitsablauf aufrecht
zu erhalten.
Doch auch hier sind überwiegend die Energiekosten kaum zu bezahlen.
Die Einrichtungen schulden enorm hohe Summen der Stadtverwaltung und
alle müssen sparen.
Die Heizungen sind schon lange aus, warmes Wasser gibt es nur selten.
Laut Gesundheitsministerium in Vilnius hat Litauen einen traurigen
Rekord: die höchste Selbstmordrate der Welt.
Nach neusten Zahlen nehmen sich statistisch auf 100000 Einwohner jährlich
44 Menschen das Leben. 80 Prozent der Selbstmorde stehen im Zusammenhang
mit Alkohol.
In den Dörfern sehen die Menschen keine Perspektive, die Jugendarbeitslosigkeit
liegt bei knapp 30 Prozent. Die traditionelle Landwirtschaft geht
zunehmend unter, und um die Existenzängste zu verwischen, greifen
viele zur Flasche - vor allem Männer.
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Fazit
- Ulla Amsler:
Änderung in den Köpfen ist
notwendig |
"Natürlich gab es für mich auch
viele schöne Erlebnisse, fröhliche Treffen, Teilnahme an
Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerten.
Zum Muttertag fand ein Konzert aller Musikschüler in der Musikschule
statt. Das Folklore-Ensemble "Suvartukas", das auch in Menden
war, hatte im Kulturhaus mit einer großartigen Feier zum 55-jährigen
Bestehen eingeladen.
Im Museum der Stadt Plunge fand ein erstes Treffen zur Gründung
eines Museums-Fördervereins nach Mendener Vorbild statt.
Zwei von sechs Gästezimmern im Nebengebäude des Schlosses
sind mit Unterstützung von "Hilfe
für Plunge" fertig gestellt worden.
Offiziell wurde nun auch der Vertrag zwischen dem "Deutschen
Kulturzentrum" und Plunge beim Bürgermeister Jonutis unterzeichnet.
Im nächsten Jahr wird die offizielle Partnerschaft Menden-Plunge
zehn Jahre alt. Zehn Jahre fahre auch ich in unsere Partnerstadt.
Fünf Jahre unterstützt "Hilfe
für Plunge / Litauen" in allen Bereichen die
Menschen dort.
Es gab sichtbare Veränderungen in dieser Zeit - positiv wie negativ.
Jedoch die größte Änderung musste und muss noch weiterhin
in den Köpfen der Menschen vollzogen werden." |
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