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veröffentlicht 06.03.04
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Jahre "Hilfe für Plunge" - Hilfe zur Selbsthilfe |
| Bericht
zur Jahreshauptversammlung von "Hilfe für Plunge / Litauen gem. e.V." |
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In der Jahreshauptversammlung
des Partnerschaftsvereins "Hilfe für Plunge
/ Litauen gem. e.V." wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig
wieder gewählt:
Der geschäftsführende Vorstand besteht aus: 1. Ulla Amsler, 2. Dörte
Schwarz, 3. Beatrix Schulte, Beirat: Winfried Walter und Brigitte
Wagner.
Das Ehepaar Amsler wird am 9. März zu einem 14-tägigen Arbeitsbesuch
nach Plunge bzw. Vilnius fahren. Viele Treffen mit den Plunger Partnern
stehen auf dem Programm, denn es sind für dieses Jahr wieder interessante
Begegnungen und Projekte geplant. In Vilnius hat u.a. der deutsche
Botschafter zu einem Gespräch eingeladen.
Zu Beginn der Versammlung machte Ulla Amsler die Aufgaben und Zielsetzungen
des Vereins deutlich:
Vor fast 6 Jahren haben 7 Gründungsmitglieder, die sich seit Beginn
der städte- partnerschaftlichen Beziehungen zu Plunge 1992/93 bereits
engagiert hatten, einen zweiten Partnerschaftsverein mit dem Namen
"Hilfe für Plunge / Litauen gem. e.V."
ins Leben gerufen. Darunter verstanden sie Hilfe im weitesten Sinne.
An erster Stelle steht die Hilfe zur Selbsthilfe.
So hat der Verein alle Möbel für das Altenheim und für die Gästezimmer
im Museum / Schloss Oginskis in einer Plunger Schreinerei anfertigen
lassen, hat überwiegend die Möbilierung der Hauswirtschaftsabteilung
in einer Plunger Mittelschule finanziert und gibt Geld für die Renovierungen
in den Schulen, die dann von Plunger Handwerkern ausgeführt werden.
Die jüngsten Vereinsprojekte sind die materielle und finanzielle Unterstützung
bei der Errichtung einer Tagesstätte für Geistigbehinderte und die
umfassende Renovierung der Dusch-/Toilettenräume in der Sporthalle
des "Saule"-Gymnasiums.
Materielle Hilfe, als gezielte Unterstützung mit Kleidung, Möbel,
elektrische Geräte, Sanitärartikel, med. Geräte und Hilfsmitteln usw.
für Vereine mit Körper- und Geistigbehinderten, Verein der Kinderreichen,
für das Krankenhaus bzw. die Poliklinik, das Obdachlosenhaus und Schulen
mit ihren angeschlossenen Wohnheimen.
Eine weitere wichtige Hilfe, von der Plunger und Mendener gemeinsam
profitieren, ist u.a. der Austausch von Lehrern, Ärzten, Verwaltungsfachleuten,
Schülern, Studenten und Landfrauen.
Beide Seiten lernen voneinander, verstehen besser die andere Mentalität,
Arbeits- und Lebensweise. So ist z. B., eine sehr lebendige Schulpartnerschaft
zwischen dem Walram-Gymnasium und dem Plunger Saule-Gymnasium entstanden.
Der Austausch im künstlerischen Bereich ist ein besonders fruchtbarer
Teil der Vereinsarbeit. Auftritte Plunger bzw. litauischer Musikgruppen
und unterschiedliche Kunstausstellungen hier und in Plunge erfreuten
bereits viele Menschen.
Aus den vielen Begegnungen entstanden Briefkontakte, Freundschaften
und bei vielen Mendenern der Wunsch, die litauische Partnerstadt zu
besuchen.
Daraus resultiert eine weitere Hilfe, die Unterstützung des Tourismus
im Gebiet Plunge mit seinem wunderschönen Naturschutzgebiet Plateliai.
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich der Austausch
durch mangelnde Sprachkenntnisse auf beiden Seiten, sich etwas schwierig
gestalten kann.
Der Verein wird darum verstärkt für deutsche Sprachkurse im Deutschen
Kulturzentrum in Plunge sorgen und für Interessierte, die sich etwas
in Litauisch verständigen möchten, einen litauischen Sprachkursus
in Menden anbieten.
Das deutsche Kulturzentrum wurde von "Hilfe
für Plunge" vor 3 Jahren gemeinsam mit dem Saule-Gymnasium
errichtet.
Vier Doppel- und ein Einzelzimmer (als Gästezimmer) und ein Versammlungsraum
wurden von uns eingerichtet und bis heute wird die Leitung und die
Unterhaltungskosten von uns bezahlt.
Das Deutsche Kulturzentrum gibt Hilfe bei Übersetzungen, Informationen
über Menden bzw. Deutschland, veranstaltet Musik- und Literaturabende,
Ausstellungen und bietet deutsche Sprachkurse an.
Wer mit offenen Augen durch Plunge geht und durch das Land fährt,
sieht, dass es große Unterschiede zwischen den Zentren der Großstädte
und den ländlichen Gebieten gibt.
Die Stadtzentren von Vilnius und Kaunas, die beiden größten litauischen
Städte, gleichen den westeuropäischen, mit schicken Läden in schön
angelegten Fußgängerzonen, mit renovierten schönen alten Bauten (größtenteils
finanziert von der UNESCO bzw. von der EU).
Das Seebad Palanga mit seiner guten touristischen Infrastruktur platzt
in den Sommerwochen aus allen Nähten mit russischen, deutschen und
skandinavischen Gästen und neureichen Litauer.
Die meisten litauischen Gäste kommen jedoch nur für einen Tagesausflug
ans Meer.
Geht man aber in die außerhalb gelegenen Stadtteile, so findet man
immer noch die anonymen, renovierungsbedürftigen Plattenbauten, mit
Menschen am Existenzminimum. In Plunge selbst gibt es in den paar
Supermärkten fast alles zu kaufen, aber auch mit fast westlichen Preisen
bei viel geringerem Einkommen, also, für viele Plunger mangels Geld
nicht möglich!
Fast jeder Plunger hat daher seinen Garten, von dessen Produkten er
größtenteils lebt und kann sich nur die Secondhand-Läden leisten.
Der sonntägliche riesige Gebrauchtwaren-Markt zwischen Plunge und
Rietavas, ist der Hauptkaufort für die Dinge des täglichen Lebens
- vom Nagel bis zum Gebrauchtwagen!
Je weiter man sich aus dem Plunger Stadtgebiet mit seinen neu asphaltierten
Straßen und Gehwegen, mit renovierten Wohn- und Geschäftsbauten, entfernt,
desto mehr schlechte Straßen und Häuser gibt es. In den Dörfern scheint
die Zeit stehen geblieben zu sein. Viele Menschen leben in Verhältnissen
wie bei uns nach dem Krieg.
Natürlich gibt es auch einige gut situierte Plunger. Die meisten von
ihnen unterstützen und engagieren sich regelmäßig in sozialen Vereinen
und Schulen, übernehmen Patenschaften.
Finanzielle und materielle Hilfe kommt jedoch nicht nur allein aus
Menden, sondern holländische Fonds, sowie die schwedische Partnerstadt
von Plunge unterstützen großzügig Projekte, die ein Vielfaches unserer
Möglichkeiten überschreiten!
Unsere vielseitige Hilfe bewirkte auf beiden Seiten ein besseres Verständnis
der unterschiedlichen historischen Gegebenheiten und der daraus resultierenden
Lebens- und Denkweisen.
Eine gleichwertige Partnerschaft ist von der wirtschaftlichen und
von einer stabilen politischen Situation in Plunge bzw. Litauen abhängig
und der daraus resultierenden Erhöhung des Lebensstandards für die
breite Bevölkerung.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist dies leider noch nicht gegeben. |
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