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Die erlebnisreiche
Reise des Partnerschaftsvereins "Hilfe für Plunge / Litauen e.V."
mit einigen Mendener SGV- Wanderern in die litauische Partnerstadt
Plunge endete mit einem traditionellen žemaitischen (niederlitauischen)
Essen. Kalte Zwiebelsuppe, Pellkartoffeln mit Creme aus Sauerrahm,
Sahne, Knoblauch und Kümmel, in Öl gebratenes Knoblauchbrot, eingelegten
Hering, frischen Käse mit Honig bestrichen, dazu selbstgebrannter
Korn-Schnaps und das süffige litauische Bier - das wurde schon vor
100 Jahren von der ländlichen Bevölkerung gegessen und getrunken!
Der Aufenthalt
in Plunge begann mit einem grandiosen Stadtfest. Bei sommerlichen
Temperaturen wurden tausende Besucher von über 500 großen und kleinen
Tänzern und Sängern sowie von Blaskapellen aus dem ganzen Bezirk
angezogen. Delegationen aus den verschiedenen Plunger Partnerstädten
wurden öffentlich vorgestellt und begrüßt. Die Teilnahme an der
feierlichen Ratssitzung im Schloss Oginskis, zur Erinnerung an die
erste Sitzung der Stadtvertreter nach der Demokratisierung vor 15
Jahren, war für die Gruppe ein ganz besonderes Erlebnis.
Beim anschließendem offiziellen Empfang für alle ausländischen Delegationen
im Kulturhaus durch den Bürgermeister Algirdas Peciulis bedankte
sich die 1.Vorsitzende Ulla Amsler für die herzliche freundschaftliche
Aufnahme. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte sie die beiden
Stadtwappen als Scherenschnitt, hergestellt durch die Mendener Scherenschnittkünstlerin
Renate Hartmann. Dieser Empfang war ebenso eine gute Gelegenheit,
besonders mit den Stadtvertretern aus Lettland und Schweden Kontakte
herzustellen und gemeinsame Aktivitäten anzuregen.
Nach diesem großartigen Fest folgte ein Wandertag mit dem Plunger
Wanderverein "Terra Incognita" im Nationalpark Plateliai. Es war
ein herzliches Wiedersehen mit den Plunger Freunden, die am großen
SGV-Gebirgsfest 2004 in Menden teilgenommen hatten. Der Schwerpunkt
der wunderschönen Wanderung durch das Naturschutzgebiet war das
Kennen lernen seltener Pflanzen. Mit der untergehenden Sonne wurde
dann nach authentischer litauischer Volksmusik am Lagerfeuer gesungen
und getanzt. Natürlich mussten auch die Mendener deutsche Volkslieder
singen!
Ja, und dann erlebten die Mendener einen traditionellen litauischen
Feiertag - den Johannistag. Vom Abend des 23.Juni bis in den frühen
Morgen des 24. wurde mit alten überlieferten heidnischen Riten dieses
Fest der Sommerwende am Plateliai-See mit vielen Einheimischen begangen.
Es war schon etwas fremdartig, die alten Bräuche mitzumachen und
ihre Ursprünge zu erfahren.
Die Gruppe machte an einem weiteren Tag Bekanntschaft mit Menschen
in Žemaitija, die eigenwillig, ja eigenbrötlerisch, trotz aller
Widerstände und persönlichen Entbehrungen ihre Vorstellungen von
Kunst umgesetzt haben. Die schon bestehenden Kontakte zwischen Mendener
und Plunger Künstlern wurden vertieft und beide Seiten freuen sich
auf weitere gemeinsame Projekte.
Eine Exkursion zu einem neuen Dorfprojekt war interessant und lehrreich.
Frauen und Männer aus 3 umliegenden Dörfern von Plunge ziehen die
verschiedensten Heilkräuter, trocknen sie und verkaufen sie in selbstgenähten
Leinensäckchen. So gibt es Arbeit und Verdienstmöglichkeit. Die
Dorfbewohner kommen zusammen, tauschen sich aus, und das große Alkoholproblem
in den Dörfern kann so vielleicht ein wenig gemildert werden. "Hilfe
für Plunge" wird dieses sinnvolle Projekt unterstützen. Es ist
immer wieder bewundernswert, wie engagiert gerade die Frauen in
den ländlichen Gebieten sind. Sie bilden sich weiter in ihren Zusammenkünften
und speziellen Seminaren und müssen gleichzeitig Lebensumstände
bewältigen, die für die meisten von uns nicht vorstellbar sind!
Ein seit 3 Jahren bestehendes Projekt "Gästewohnung im Plunger Museum
/ Schloss Oginskis" wurde abgeschlossen. Die 1.Vorsitzende Ulla
Amsler überreichte im Namen des Vereins 1.000 € für den Kauf der
noch fehlenden elektrischen Kücheneinrichtung. 2 Wohnräume hat der
Verein bereits mit einheimischem Mobiliar ausgestattet. Die Wohnung
wird Teilnehmern an Workshops, Seminaren, Exkursionen des Plunger
Museums gegen eine kleine Miete zu Verfügung gestellt. Die Einnahmen
fließen dann in notwendige Anschaffungen und Renovierungen des Museums.
Die letzten Gespräche zur Vorbereitung der "Mendener Tage" in Plunge
im August in der Stadtverwaltung, an denen auch unserer Bürgermeister
Rudi Düppe teilnehmen wird, sowie ein Abschlusstreffen mit Senioren
und Jugendlichen, die am Projekt "Leben und Wohnen im 3. Jahrtausend
- Visionen von Jugendlichen und Senioren" in Rumänien teilnehmen,
waren ebenso Programmpunkte während des Besuches.
Nach gemeinsamen Wanderungen und interessanten Ausflügen hatten
die Plunger Wanderfreunde eine große Überraschung für die 10 Besucher
aus Menden: Sie wurden feierlich zu Ehrenmitgliedern in "Terra Incognita"
ernannt. Im Jahre 2006 ist ein Wiedersehen in Menden geplant.
Nach Ausflügen ins übervolle Seebad Palanga und auf die Kurische
Nehrung war es Abends doch angenehm, in das ruhige, beschauliche
Plunge zurückzukommen. Nach wunderbaren Tagen mit unglaublich herzlicher
Gastfreundschaft kann man sich nur wünschen, bald wieder in dieses
Land zu fahren!
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