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veröffentlicht 12.10.00
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Ort Eindrücke verschaffen |
Hilfstransport
ist aus Plunge zurück. Beeindruckt von der ausgereiften Operationstechnik
mit alten Instrumenten und unter einfachen Bedingungen.
Bürger haben kein Vertrauen mehr in die Politik. |
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Nach einer 26-stündigenFahrt
mit der Fähre vom Iitauischen Ostseehafen Klaipeda bis Kiel sind die
Transportfahrer des Vereins "Hilfe für Plunge
/ Litauen e.V." ausgeruht wieder zurückgekehrt.
Eine erlebnisreiche Woche mit vielen Gesprächen und Besuchen in Plunger
Einrichtungen und bei Freunden, der Empfang beim Bürgermeister und
die Eröffnung einer tschechischen Kunstausstellung im Oginski-Museum
mit dem tschechischen Botschafter lag hinter ihnen. Doch der erste
Tag in Plunge bedeutete zunächst große körperliche Arbeit, denn der
40t-LKW musste ausgeladen werden.
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Eine
Schärpe als Ausdruck der Wertschätzung wurde Ulla
Amsler in der Selbstverwaltung von Rietavas überreicht.
Seit März ist Rietavas, früher ein Teil von Plunge,
selbständig.
Der ehemalige Leiter der Dorfschule, Antanas Cerneckis (2.v.l.)
ist jetzt Bürgermeister.
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Wie immer kamen alle Vertreter der 14 Einrichtungen, die der Verein
unterstützt, zum Ausladeort am Krankenhaus, um ihre Hilfsgüter in
Empfang zu nehmen.
Dieses Mal nahm jedoch ein Kameramann des örtlichen Fernsehsenders
das aufregende Geschehen auf. Und noch ein Novum: Das Zollamt in Plunge
brauchte nur 15 Minuten für die Bearbeitung der Zolldokumente. Neben
der materiellen Hilfe bekam die Behinderten-schule 2.500 Mark und
das Behinderten-Zentrum 2.100 Mark.
Die Gruppe überführte auch zwei Krankentransportfahrzeuge, gespendet
von Stadt und
Feuerwehr
sowie vom St. Vincenz-
Krankenhaus. Beide Fahrzeuge waren
sehr
willkommen, denn längere Kranken-
fahrten wurden bisher in alten russischen
Transportfahrzeugen durchgeführt.
Uli Tolksdorf, leitender Anästhesiepfleger
im St. Vincenz-Krankenhaus, der das
erste Mal in Plunge war, sah sich
ausgiebig im Plunger Krankenhaus um. |
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Beeindruckt
zeigte er sich über die Operationstechniken, die keinen Vergleich
mit Mendener Krankenhäusern zu scheuen brauchen. Wobei jedoch berücksichtigt
werden muss, dass die Operationen mit alten Instrumenten und unter
einfachen äußeren Bedingungen durchgeführt werden. Im OP sowie auf
der Intensivstation wurden die bereits gespendeten Geräte aus dem
St. Vincenz-Krankenhaus fachgerecht eingesetzt.
Diese beiden Bereiche wurden bereits renoviert, die anderen Teile
des Gebäudes haben noch eine dringende Renovierung nötig - leider
fehlen hierfür die erforderlichen Gelder. Der Aufenthalt in Plunge
zeigte wieder, dass man sich unbedingt vor Ort einen Eindruck über
die dortigen Verhältnisse verschaffen muss, um dann die gezielte Unterstützung,
materiell wie ideell, zu geben. Dies gilt nicht nur für das Krankenhaus,
sondern für alle Schulen, Behinderteneinrichtungen usw.
In Plunge herrschte Wahlkampf. Am 8. Oktober wählten die Bürger aus
acht Kandidaten einen Vertreter ins litauische Parlament. In allen
Zeitungen wurde sehr ausführlich über die Kandidaten, sowie über ihre
Sympathisanten und über aktuelle Meinungsumfragen der Bevölkerung
berichtet.
Jeder Kandidat lud zu vielen Veranstaltungen ein, machte Besuche in
vielen Einrichtungen mit werbewirksamen Übergaben von Geschenken -
bezogen auf Wahlkampagnen in Menden, alles in einem ungewöhnlichen
Ausmaß.
Viele Plunger Bürger haben jedoch kein Vertrauen mehr in ihre Politiker
und meinten resigniert, dass es völlig egal sei, wer ins Parlament
nach Vilnius geht, da sich ihre Lebenssituation ja doch nicht ändern
würde.
Plunge mit seinem Naherholungsgebiet Plateliai-See zeigte sich von
seiner schönsten Seite - milde Herbsttemperaturen, Sonne mit stahlblauem
Himmel und die Bäume im Farbenrausch.
Wer sich im Verein engagieren oder materiell helfen möchte, wende
sich an die 1. oder 2. Vorsitzende: U. Amsler, tel. 02373/85732, D.
Schwarz, tel. 02373/391303.
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