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Novemberstimmung
am Babrungas |
Mitte Oktober bis Mitte November
ist gerade nicht die beste Zeit im Jahr in die
litauische Partnerstadt Plunge zu fahren.
Der Grund des langen Aufenthaltes der beiden
Mitglieder vom "Partnerschaftsverein Menden–Plunge",
Josef Althof und Peter Amsler war die Rundumerneuerung
des Badezimmers in einer der drei Gästewohnungen
im deutschen Kulturzentrum, das der Verein unterhält.
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Das
neue Badezimmer im Dt. Kulturzentrum |
E |
traditionelle
šemaitische Kleidung |
Oftmals wurde während der
umfangreichen Renovierungsarbeiten mit dem Kopf
geschüttelt, wie unglaublich nachlässig,
ja sogar gefährlich die Leitungen für
Strom, Wasser und Abwasser gelegt waren –
handwerkliche Arbeiten aus der sowjetischen
Zeit, in der oft Improvisation aus Geld - bzw.
Materialmangel gefordert war.
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Lourdes-Grotte
in Plunge |
Durch den zeitweisenden Ausfall
der Zentralheizung und des heißen Wassers,
war Abhärtung mit kalten Duschen und nur
stundenweisenden Heizen mit elektrischen Radiotoren
angesagt.
Die Plunger nehmen erstaunlicherweise die Unannehmlichkeiten
aufgrund von Sparmaßnahmen gelassen hin.
Wohl dem, der unabhängig von der zentralen
Fernheizung ist und einen Ofen besitzt und ein
separates Heißwassergerät hat!
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die 1. Deutschstunde im Deutschen Kulturzentrum |
Die 1. Vorsitzende Ulla Amsler
reiste den beiden Männern mit dem Reisebus
von Dortmund bis zum litauischen Hafen Klaipeda
später nach, eine preiswerte, jedoch strapaziöse
Fahrt von 28 Stunden.
Von dort ist es dann nur noch 60 km bis Plunge.
Auf vielfachen Wunsch führte Ulla Amsler
an zwei Abenden einen "Schnupperkurs deutsche
Sprache" für Anfänger im deutschen
Kulturzentrum durch, der später von einer
deutschen Austauschpraktikantin weitergeführt
wird.
Die gemeinsamen deutsch-litauischen Geburtstagsfeiern
und die vielen privaten Besuche, motivierten
beide Seiten, die Sprache des anderen intensiver
zu lernen.
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Julius
Meškauskas, der neue Pfarrer von
Plunge, Josef Althoff (r) und Peter Amsler
(li) |
Drei Monate ist nun der neue Pfarrer
Julius Meskauskas in der Plunger Gemeinde "St.
Johannes der Täufer" tätig, ein
junger dynamischer Mann, der schon feste Pläne
für den Wiederaufbau des abgebrannten Gemeindezentrums
(soll mit Hilfe der EU finanziert werden) hat.
Pfarrer Julius möchte die intensiven freundschaftlichen
Beziehungen zwischen seiner Gemeinde und dem
Partnerschaftsverein auf jeden Fall fortsetzen.
Nach seiner Bitte an den Verein, das erste und
einzige Altenheim in Plunge auch weiterhin zu
unterstützen, spendeten die drei Besucher
im Namen des Vereins einen neuen Elektroherd,
der vor Ort gekauft wurde.
Ein Budget für notwendige Neuanschaffungen
oder Reparaturen gibt es für das Altenheim
nicht.
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Mittagessen
im Altenheim |
Über die Auswirkungen der
allgemeinen Wirtschaftskrise in Plunge bzw.
in ganz Litauen informierte die Bürgermeisterin
Elvyra Lapukiene.
Positiv ist, dass ca. 2,3 Millionen Euro von
der EU im nächsten Jahr für Instandsetzung
der Straßen und Bürgersteige sowie
für Wärmedämmung in den Schulen
zur Verfügung gestellt wird.
Sorge bereitete ihr jedoch die Situation der
heimischen Firmen, sie müssen um ihr Überleben
kämpfen.
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Der
neue Direktor des Saules-Gymnasium, Algimantas
Budrys |
Die offizielle Arbeitslosenquote
für November in der Stadt beträgt
11,4 % - Tendenz steigend.
Im Vergleich zu anderen litauischen Städten
ist sie jedoch nicht sehr hoch.
In keiner Statistik wird jedoch festgehalten
die hohe Zahl der Arbeitslosen, die Plunge verlassen,
um in anderen europäischen Ländern
zu arbeiten - bevorzugt wird Norwegen.
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Ausstellungseröffnung
mit Volkskunstarbeiten der Plunger Künstler |
Arbeitslosengeld wird für
6 Monate bezahlt, min. 100 Euro, max. 300 Euro,
vorausgesetzt es wurde 3 Jahre in die Arbeitslosenversicherung
eingezahlt.
Danach gibt es keine weitere finanzielle Unterstützung,
sondern die staatlichen Stellen verteilen an
Bedürftige Lebensmittelpakete.
Dies führte dazu, dass der Lebensmittelumsatz
stark anstieg, aber auch der Müllumfang
dadurch größer wurde.
Wichtig ist für fast alle Plunge ihr Garten
und für die Großfamilie die Rente
der alten Eltern.
Stellenabbau in der Stadtverwaltung wurden durch
unbezahlte Urlaubstage der Angestellten verhindert.
Auch die Bürgermeisterin bekam für
10 Tage kein Gehalt.
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Das
Kulturhaus hat eine neue Fassade bekommen |
Die herzlichen Begegnungen, die
Konzertbesuche, die interessanten unterschiedlichen
Ausstellungseröffnungen ließen bei
den drei Mendener die trübe Novemberstimmung
draußen vergessen.
Es war wieder für die partnerschaftlichen
Beziehungen zwischen Menden und Plunge positiv
und bereichernd, die unterschiedlichsten Menschen
zu treffen, sich mit ihnen zu freuen, aber auch
ihre Sorgen mitzubekommen. |